Kommission Sozialpädagogische Institutionen

Die im letzten Jahr festgestellten Probleme standen auch im vergangenen Jahr weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit der Kommission. Dabei handelt es sich insbesondere um den anhaltenden Mangel an Betreuungsplätzen, die zunehmende Komplexität der Probleme bei den betreuten Kindern und Jugendlichen sowie die wachsenden Schwierigkeiten, diesen angesichts begrenzter Betreuungsressourcen gerecht zu werden.

Die fünf Sitzungen der Kommission boten regelmässig Gelegenheit zum Austausch und zur Koordination mit den Partnerdiensten, insbesondere dem Jugendamt (JA), dem Sozialvorsorgeamt (SVA) und dem Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (FNPG).

In diesem Zusammenhang wird der Schutzauftrag gegenüber Kindern und Jugendlichen in einem institutionellen Umfeld wahrgenommen, das von diesen strukturellen Zwängen geprägt ist. Das JA zählt ständig 60 bis 70 Kinder/Jugendliche, die auf eine Unterbringung warten. In der Zwischenzeit werden von Fall zu Fall Unterstützungsmassnahmen ausgearbeitet, um „das Gefährdungsniveau zu senken“, bis eine sichere und professionelle Betreuung eingerichtet werden kann. 

Zwar konnte die intensive Nachbetreuung fortgeführt werden und ermöglicht es, schnell auf die Bedürfnisse bestimmter Situationen zu reagieren und die Rückkehr in die Familie zu unterstützen (oft nach Notunterbringungen, aber manchmal auch in mittel- oder langfristigen Unterbringungssituationen). Der Mangel an Unterbringungsplätzen führt de facto zu einer besonders strengen Priorisierung der kritischsten Situationen. In diesem Zusammenhang wird die Unterbringung zur ultimativen Lösung eines überlasteten Systems. Die Situationen der aufgenommenen Kinder und Jugendlichen weisen zum Zeitpunkt der Unterbringung „ein höheres Gefährdungsniveau als andere auf eine Unterbringung wartende Fälle“ auf und bieten kurz- oder mittelfristig die negativsten Aussichten auf Besserung. 

Es handelt sich somit um besonders komplexe Situationen, die durch vielfältige Probleme gekennzeichnet sind und mehrere Dimensionen der Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen betreffen: erzieherische, psychische, zwischenmenschliche und kognitive. In diesem Zusammenhang wird die Aufgabe der Fachkräfte immer komplexer, während die zur Verfügung stehenden Mittel insgesamt unverändert bleiben.

Die Austauschforen mit den Partnerdiensten werden genutzt, die Schwierigkeiten identifiziert, die Feststellungen geteilt; doch dies reicht nicht aus, um eine bedeutende Entwicklung oder Veränderung herbeizuführen. Ein neuer Austauschraum, der die Leitungen der sozialpädagogischen Institutionen mit der Leitung und den Bereichsleitenden des JA zusammenbringt, ist entstanden. Ziel ist es, gemeinsam zu prüfen, ob Plätze schneller frei werden und neu besetzt werden können. Hintergrund dieser Überlegungen ist eine vom SVA formulierte Frage: dauern die Unterbringungen zu lange? Eine Verkürzung der Unterbringungsdauer würde de facto dazu führen, dass Plätze frei werden, zumindest kurzfristig gesehen. Diese Hypothese wirft jedoch mehrere Fragen hinsichtlich ihrer Relevanz und Komplexität auf. Sie wird im Mittelpunkt von zwei halbtägigen Reflexionsrunden im ersten Halbjahr 2026 stehen, die von zwei externen Referenten moderiert und an denen die Leitungen und die Bereichs-, bzw. Gruppenverantwortlichen der sozialpädagogischen Institutionen, des JA und des SVA teilnehmen werden.

Zudem wird der Mangel an pädagogischen Ressourcen allmählich von den Behörden anerkannt, sodass neue Strukturen von verstärkten Mitteln profitieren können. Allerdings beschränkt sich diese Anerkennung zum jetzigen Zeitpunkt im Wesentlichen auf die Schaffung neuer Plätze, wie auch das SVA betont.

Das FNPG hat seinerseits vor allem seinen Bedarf an einer Entlastung der eigenen Strukturen zum Ausdruck gebracht. In dieser Hinsicht stellen die Verstärkung der Einsätze von Psymobile – das von den Teams besonders geschätzt wird – sowie die Fortsetzung der Verbindungsarbeit vorrangige Ansätze dar.

Die Begegnungsräume sind vorhanden, die Feststellungen und Schwierigkeiten sind benannt, doch bleibt die Frage, inwieweit diese Feststellungen in die Tat umgesetzt werden können. In einem überlasteten System wird es schwieriger, das erforderliche Risiko einzugehen, um in bestimmten Situationen eine Rückkehr in die Familie zu ermöglichen, insbesondere wenn ambulante Unterstützungsangebote schwer zu mobilisieren sind und die Möglichkeit einer neuen Unterbringung aufgrund fehlender Plätze ungewiss erscheint.

Der für 2026 vorgesehene Planungsbericht dürfte diese wachsenden Bedürfnisse aufgreifen. Wir können nur hoffen, dass er zu einer schrittweisen Verbesserung der Situation beitragen wird.

Abschliessend möchte ich allen Mitgliedern der Kommission herzlich für ihr Engagement und ihren Einsatz während des gesamten Jahres danken, insbesondere Olivier Spang für seinen wertvollen Beitrag. Wir werden weiterhin unser Bestes tun, um den Auftrag zum Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu erfüllen. 

Raphaël Glassey
Präsident

Mitglieder

  • Les Traversées
  • Fondation de Fribourg pour la Jeunesse
  • Foyer des apprentis
  • Aux Etangs
  • Transit
  • Le Nid Clairval
  • Kinderheim Heimelig
  • Le Bosquet
  • Les Peupliers